Thomson Scientific und Elsevier liefern sich mit ihren multidisziplinären Zitationsdatenbanken ein Elefantenrennen. Nachdem Elsevier am 13. Mai 2006 seinen
Author Identifier für
Scopus veröffentlicht hatte (siehe
Pressemitteilung), zog Thomson Scientific am 8. Juni 2006 mit der Ankündigung seiner
Authorship Tools für
Web of Science nach (siehe
Pressemitteilung).
Der
Author Identifier von Scopus unterscheidet automatisch zwischen gleichnamigen Autoren und gleicht Variationen von Autorennamen ab. Dazu greift der Author Identifier auf zusätzliche Informationen wie institutionelle Zugehörigkeit, Zeitschriftentitel, Fachgebiet oder Co-Autoren zurück. Gemäss Elsevier ordnet der Algorithmus die Publikationen mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% den richtigen Autoren zu. Neben den Publikationen eines bestimmten Wissenschaftlers ermittelt Scopus die wichtigsten Co-Autoren. Mit dem Scopus Citation Tracker kann überdies eine Zitationsanalyse für die identifizierten Publikationen durchgeführt werden; Selbstzitierungen können optional ausgeschlossen werden.
Die
Authorship Tools von Web of Science unterscheiden automatisch zwischen gleichnamigen Autoren und listen Variationen zu einem gegebenen Autorennamen auf. Die Auswahl der relevanten Variationen soll durch Angaben zur institutionellen Zugehörigkeit und zum Fachgebiet vereinfacht werden. Ein direkter Link zum Eintrag in ISIHighlyCited.com, einem Verzeichnis von hochzitierten Wissenschaftlern mit biographischen und bibliographischen Angaben, wird gegebenenfalls angezeigt. Eine wichtige Neuerung betrifft schliesslich die Autorennamen; die Vornamen werden zukünftig vollständig erfasst. Die Authorship Tools werden gemäss Thomson Scientific bis Ende 2006 implementiert.
Die erweiterte Funktionalität der multidisziplinären Zitationsdatenbanken ist für die Benutzer höchst erfreulich. Umso mehr, als Thomson Scientific seine Monopolstellung im Bereich der Zitationsdatenbanken jahrzehntelang ausgenutzt und mit neuen Funktionen geknausert hat. So hat der Datenbankproduzent die Möglichkeit, das Publikationsjahr in eine Suchanfrage miteinzubeziehen, erst im September 2005 in Web of Science implementiert (siehe Beitrag
Suche nach Publikationsjahr in Web of Science).
Konkurrenz belebt den Markt, sagt man. Und regt zur Entwicklung von innovativen und benutzerfreundlichen Lösungen an!